Wirtschaftsforum Kreis Plön – Digitalisierung betrifft uns alle

6. September 2017 | Aktuelles

Unter der Überschrift „Digitalisierung und ihre Chancen für den Mittelstand“ fand am 5. September 2017 das vierte Wirtschaftsforum Kreis Plön im Golden Cage (ehemals Soldatenheim) in Lütjenburg statt. Die Gastgeber Jörn Meyer (IHK zu Kiel) und Knut Voigt (WFA Kreis Plön) begrüßten eine Vielzahl an Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Verwaltung, Politik und Verbänden und hoben die Möglichkeiten des Austausches und der Vernetzung in der Region auf dem Wirtschaftsforum heraus.

In Ihrem Grußwort zeigte Landrätin Stephanie Ladwig die Vorzüge des Kreis Plön als Standort für Unternehmen auf und beschrieb, wie die Verwaltung und Wirtschaftsförderungsagentur die Digitalisierung nutzen.  So seien verschiedene Initiativen und Projekte zur Digitalisierung, wie beispielsweise zu Co-Working-Spaces in den ländlichen Räumen, seitens der WFA in diesem Jahr gestartet. Auch die Leistung der Unternehmer vor Ort betonte sie und stellte heraus, dass so manch hidden champion aus dem Kreis bereits digitalisierte Geschäftsabläufe und -strukturen nutzt.

Die Referenten und Gastredner des Wirtschaftsforum Kreis Plön: von links - Prof. Winfried Krieger (Hochschule Flensburg), Konsul Klaus-Hinrich Vater (IHK), Jörn Meyer (IHK) und Knut Voigt (WFA)

Foto: Die Referenten und Gastgeber des Wirtschaftsforum Kreis Plön 2017 – v. l. Prof. Winfried Krieger (Hochschule Flensburg), Konsul Klaus-Hinrich Vater (IHK), Jörn Meyer (IHK) und Knut Voigt (WFA)

Auch der Präsident der IHK zu Kiel, Konsul Klaus-Hinrich Vater, begrüßte die Gäste und blickte auf die digitalen Zukunftsperspektiven aus Sicht der Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Vater, der 1997 im GTZ Raisdorf sein IT-Dienstleistungsunternehmen gründete, freute sich sichtlich über das Heimspiel und stellte den Gästen das Bild des Digit-Aals vor: „Ein Aal ist glitschig, und wendet sich um alle Hindernisse. Die Digitalisierung fühlt sich für Viele genauso an. Die Geschwindigkeit der Entwicklungen nimmt rasant zu“. Vater stellte heraus „Wir sollten zuerst die Vorteile der digitalen Transformation in den Blick nehmen und erst im zweiten Schritt die Risiken“.

Der zentralen Fragestellung des Abends, welche Chancen sich aus der Digitalisierung für den Mittelstand ergeben, wandte sich der Gastredner Prof. Dr. Winfried Krieger, von der Hochschule Flensburg / Prof. Krieger Consulting GmbH, zu. In einem fachlich versierten Vortrag nahm er die Zuhörer mit auf die Reise radikaler Veränderungen von Industrie 1.0 zu 4.0 und stellte den zentralen Nutzen der Internet- und Kommunikationstechnologie heraus: „Mittels Internet und Co. können Kunden und Unternehmen so schnell kommunizieren, dass völlig neue Geschäftsmodelle entstehen“. Unter Bezug auf die Tennessee Fainting Goat – einer Ziege, die bei Stress in Ohnmacht fällt und als vorhersehbares Opfer für Wölfe in Schafsherden eingesetzt wird – stellte er dem Publikum die Frage „Was passiert, wenn wir gar nichts tun?“. Er resümierte salopp „Warten kann riskant sein“ und hatte so manchen Schmunzler im Publikum auf seiner Seite. Kriegers zentrale Botschaft an Unternehmer an diesem Abend lautete: Digitalisierung heißt Veränderung und auf Veränderungen sollte ein Unternehmen bewusst reagieren – am besten sofort, bewusst und in kleinen konkreten Schritten.

Die Ausführungen der Redner gaben viel Anlass zum Nachdenken und sorgten im Anschluss beim Ausklang für rege Gespräche unter den Gästen.